Hessische Krankenhäuser holen bei Digitalisierung auf
Pressemitteilung aus Hessen
Frankfurt am Main, 23. Juli 2026. Die Digitalisierung der Krankenhäuser kommt zunehmend bei den Patientinnen und Patienten an. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Studie "DigitalRadar Krankenhaus", die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt wurde. Demnach sind die hessischen Kliniken digital deutlich besser aufgestellt als noch vor fünf Jahren. Davon profitieren Patientinnen und Patienten ganz konkret, etwa durch Online-Terminbuchungen, digitale Patientenformulare, Self-Check-in-Lösungen oder Apps, über die sie Informationen zu Terminen oder Befunden erhalten. Laut der "DigitalRadar"-Analyse hat sich der Digitalisierungsgrad der hessischen Kliniken zwischen 2021 und 2026 im Durchschnitt von 33 auf 53 (von maximal 100) erhöht. Hessen liegt damit nur geringfügig unter dem bundesweiten Wert von 55 Punkten.
Patientinnen und Patienten erwarten digitale Angebote
Digitalisierung im Krankenhaus betrifft nicht nur organisatorische Abläufe, sondern auch unmittelbar Medizin und Versorgung. Sie ist dann besonders erfolgreich, wenn Patientinnen und Patienten spüren, dass sich ihre Behandlung und die Abläufe im Krankenhaus verändern und verbessern. "Klug eingesetzte digitale Tools werden für Patientinnen und Patienten bei der Wahl einer Klinik, gerade bei planbaren Eingriffen, künftig eine immer wichtigere Rolle spielen. Viele erwarten heute, dass sie im Krankenhaus online Termine buchen, digitale Patientenfragebögen ausfüllen oder Informationen aus ihrer elektronischen Patientenakte direkt an das Patientenportal der Klinik übermitteln können. Wenn sich Patientinnen und Patienten während ihres Klinikaufenthalts zusätzlich per Tablet oder Smartphone über den aktuellen Stand ihrer Behandlung informieren können, kann das nicht nur die Zufriedenheit erhöhen, sondern auch zu besseren Behandlungsergebnissen beitragen", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der Landesvertretung Hessen der Techniker Krankenkasse.
116 Kliniken in Hessen wurden bewertet
Bei der Messung des Digitalisierungsgrads der Krankenhäuser nimmt die Studie unter anderem die IT-Sicherheit, klinische Abläufe, telemedizinische Angebote sowie die Einbindung der Patientinnen und Patienten in den Blick. In Hessen haben 116 von 123 Krankenhäusern an der Befragung teilgenommen. Einige Einrichtungen sind bei der Digitalisierung ihrer Prozesse bereits weiter und liegen über dem hessischen Durchschnittswert, andere haben Nachholbedarf.
Zu den fortgeschrittenen Häusern gehört der Agaplesion-Konzern. Fünf der sechs hessischen Standorte des diakonischen Gesundheitskonzerns erreichen Werte oberhalb des bundesweiten Durchschnitts. Besonders gut schneiden die Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken mit 66 Punkten ab. Sebastian Polag, Vorstand für Finanzen und IT bei Agaplesion, sagt: "Wir setzen bereits seit vielen Jahren auf eine konsequente Digitalisierungsstrategie. Zusätzlich investieren wir mit einem eigenen Zentralen Dienst KI auch in den strukturierten Einsatz künstlicher Intelligenz in unseren Einrichtungen. Die konsequente Digitalisierung sorgt für bessere Arbeitsabläufe und eine Entlastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für eine bessere Behandlung unserer Patientinnen und Patienten, beispielsweise durch die Etablierung des Patienten-Portals."
272 Millionen für Digitalisierung der Kliniken
Bundesweit stehen den Krankenhäusern im Rahmen des bereits im Jahr 2020 verabschiedeten Krankenhauszukunftsgesetzes bis zu 4,3 Milliarden Euro für die Digitalisierung zur Verfügung. Die Bundesländer haben dafür 1,3 Milliarden Euro bereitgestellt; Hessen beteiligte sich mit 272 Millionen Euro. Begleitend sieht das Gesetz vor, die Auswirkungen dieser Investitionen auf den Digitalisierungsgrad der Kliniken systematisch zu erfassen. Grundlage dafür ist die DigitalRadar-Studie, deren Ergebnisse inzwischen zum dritten Mal vorliegen. Bundesweit haben 1.531 Krankenhäuser an der dritten Erhebung teilgenommen. Die bisher veröffentlichten Berichte des DigitalRadars sind hier abrufbar.