Die Entwicklung eines Leuchtturmprojektes im St. Anna-Stift Lohne-Kroge
Artikel aus Niedersachsen
Was 2019 als innovatives Präventionsprojekt im niedersächsischen St. Anna-Stift Lohne-Kroge begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beispielgebenden Modell für gesundheitsfördernde Pflege entwickelt.
"Starke Pflege" nennt sich das Projekt, bei dem Bewohnerinnen und Bewohner der stationären Pflegeeinrichtung des St. Anna-Stift Lohne-Kroge zweimal wöchentlich ein therapeutisch angeleitetes Training erhalten. Das Angebot spricht gezielt Kondition, Koordination, Kraft, Beweglichkeit, Gleichgewicht und kognitive Fähigkeiten der Teilnehmenden an.
Was 2019 als innovatives Präventionsprojekt begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beispielgebenden Modell für gesundheitsfördernde Pflege entwickelt.
Ziele des Projekts
Stärkung der Lebensqualität von Bewohnerinnen und Bewohnern
Erhalt der Mobilität und der kognitiven Fähigkeiten
Nachhaltige Förderung der Resilienz und Gesundheit der Mitarbeitenden
Bedarf nach guter Betreuung in der Pflege steigt
Die positive Entwicklung des Projekts fand auch auf Landesebene große Beachtung. Im Jahr 2023 informierte sich Niedersachsens Sozialminister Dr. Andreas Philippi vor Ort über das Präventionsprogramm und würdigte den ganzheitlichen Ansatz als richtungsweisendes Beispiel für die Pflege der Zukunft.
In einer älter werdenden Gesellschaft und der Zunahme dementiell Erkrankter steige seiner Meinung nach der Bedarf nach guter Betreuung. 2026 geht das Projekt den nächsten konsequenten Schritt: Gemeinsam mit einer Hochschule wird das Konzept wissenschaftlich evaluiert.
Evaluation: mehr als nur Erfolgskontrolle
Die Evaluation geht dabei weit über eine klassische Erfolgskontrolle hinaus. Erstmals werden die Auswirkungen eines ganzheitlichen Präventionsansatzes in der teil- und stationären Pflege systematisch anhand wissenschaftlich anerkannter Instrumente untersucht.
Im Mittelpunkt stehen zentrale Fragestellungen: Kann gezielte Prävention die Mobilität von Bewohnenden langfristig erhalten? Welche Auswirkungen haben die Maßnahmen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und die wahr genommene Lebensqualität? Lassen sich Stürze reduzieren und damit Krankenhausaufenthalte vermeiden? Und welche Effekte ergeben sich für die Mitarbeitenden hinsichtlich Arbeitszufriedenheit, Belastungserleben und Stressniveau?
"Starke Pflege": Bald auch in anderen Ländern?
Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf die Gegenwart, sondern vor allem auf die Zukunft. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, Prävention als festen Bestandteil moderner Pflegekonzepte zu etablieren und Handlungsempfehlungen für Einrichtungen weit über die Region hinaus abzuleiten.
Damit könnte aus einem regionalen Leuchtturmprojekt ein wissenschaftlich fundierter Wegweiser für die Weiterentwicklung der Pflege in Niedersachsen und darüber hinaus werden.
Anmerkung
Prävention in der Pflege: Die Techniker unterstützt stationäre, teilstationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen, sowie Krankenhäuser dabei, gesundheitsfördernde Strukturen nachhaltig in den Pflegealltag zu etablieren. Dabei stehen die Beschäftigten sowie die Pflegebedürftigen im Fokus. Mehr dazu hier .