Jeder oder jede Zweite an Rhein, Main und Saar nutzt Social Media zum Stressabbau
Pressemitteilung aus Rheinland-Pfalz
Mainz, 8. Januar 2026. Die Menschen in der Region Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland stehen zunehmend unter Druck: 72 Prozent geben an, sich häufig oder zumindest manchmal gestresst zu fühlen. Und der Blick in die Zukunft fällt eher pessimistisch aus - knapp 60 Prozent erwarten, dass ihr Stresslevel in den kommenden Jahren noch weiter steigen wird. Viele suchen Erholung in der digitalen Welt: Jede zweite befragte Person an Rhein, Main und Saar (50 Prozent) nutzt gezielt Internet oder soziale Medien, um zur Ruhe zu kommen. Im Vergleich zum Bundesschnitt (34 Prozent) ist das ein deutlich höherer Anteil. Das zeigt der aktuelle TK-Stressreport 2025, für den das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) bundesweit 1.407 Menschen repräsentativ befragt hat.
Zusätzliche Belastung statt Entspannung
Was auf den ersten Blick wie Entspannung wirkt, kann sich langfristig als zusätzliche Belastung erweisen. Laut Statistiken zur Internetnutzung waren die Deutschen im Jahr 2024 täglich rund fünfeinhalb Stunden online. "Digitale Medien fordern unsere Aufmerksamkeit fast rund um die Uhr. Oftmals nutzen wir sie aus praktischen Gründen, sei es beim Arbeiten, bei Bankgeschäften, bei Kontakten mit Versicherungen oder bei der Reisebuchung, um nur einige Beispiele zu nennen. Wer zudem Stress über soziale Netzwerke abbauen möchte, riskiert, in eine neue Form der Anspannung zu geraten - vor allem, wenn das Scrollen und Klicken kein Ende findet", betont Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Dauerhafte Bildschirmnutzung könne im Extremfall sogar zu einer Medienabhängigkeit führen. Wichtig sei deshalb, sich bewusst Offline-Zeiten zu schaffen und digitale Angebote maßvoll zu nutzen, um ein gesundes Gleichgewicht im Alltag zu wahren.
Ruhe finden jenseits des Bildschirms
Die Befragung verdeutlicht auch: Die Mehrheit findet Erholung vor allem abseits digitaler Geräte. 84 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland entspannen am liebsten in der Natur oder bei Spaziergängen. 79 Prozent pflegen ein Hobby, 72 Prozent verbringen Zeit mit Familie oder Freundinnen und Freunden. Auch Musik hören, Kochen, Essen gehen, Sport oder Lesen stehen hoch im Kurs, wenn es darum geht, Stress zu reduzieren.
Podcast-Tipp: "Mediensucht verstehen"
Wer merkt, dass das eigene Medienverhalten zur Belastung wird, findet Hilfe im Podcast "Mediensucht verstehen" der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS), der von der TK-Landesvertretung in Hessen unterstützt wird. In der ersten Staffel gibt Mediensucht-Experte Kai Müller, der an der Unimedizin Mainz arbeitet und forscht, Einblicke, wie problematische Mediennutzung entsteht - und was man selbst dagegen tun kann. Insgesamt sind fünf Staffeln bis 2027 geplant; jede widmet sich einem anderen Aspekt digitaler Gesundheit. Im April 2026 startet Staffel zwei zum Thema Computerspiele.
Der Podcast "Mediensucht verstehen ist auf dem YouTube-Kanal @webcareplus und auf allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar. Weitere Angebote der TK gibt es auf den Themenseiten "Medienkompetenz & Mediennutzung".
Hinweis für die Redaktion
Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Mai 2025 bundesweit insgesamt 1.407 Personen ab 18 Jahre zu ihrem Stresserleben. Die in dieser Pressemitteilung genannten Teilergebnisse der bundesweiten Studie beziehen sich auf die Region Rhein, Main und Saar, also die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland, wo 200 Personen befragt wurden.