Grippe-Impfquote steigt erstmals seit vier Jahren - Bayern weiterhin auf dem vorletzten Platz
Pressemitteilung aus Bayern
- Bayern: Nur jeder Dritte ab 60 Jahren ließ sich im Winter 2025/2026 gegen Grippe impfen.
- Freistaat erreicht nicht einmal die Hälfte der von der WHO empfohlenen Impfquote.
- Vermehrt Influenzfälle zu Saisonbeginn in Oberbayern.
München, 16. Oktober 2026. Der Anteil der älteren Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern, der sich gegen Grippe impfen lassen, steigt erstmals seit vier Jahren leicht an. Wie eine aktuelle Auswertung der TK zeigt, ließen sich im Winter 2025/2026 im Freistaat 34 Prozent der TK-Versicherten ab 60 Jahren im Freistaat gegen Grippe impfen. "Das sind drei Prozentpunkte mehr als in der Wintersaison des Vorjahres. Dennoch liegt Bayern im Bundesvergleich auf dem vorletzten Platz", sagt Dr. Gabriele Gonschor, Leiterin der TK im Freistaat. Bundesweit beträgt die Impfquote bei den ab 60-Jährigen 40 Prozent. Hinter Bayern liegt nur noch Baden-Württemberg mit einer Impfquote von 25 Prozent.
Bayern erreicht nicht einmal die Hälfte der von der WHO empfohlenen Impfquote
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Europäische Kommission (EU) empfehlen ihren Mitgliedsstaaten, eine Influenza-Impfquote von 75 Prozent bei den Risikogruppen. Dazu zählen zum Beispiel ältere Menschen ab 60 Jahren. "Bayern erreicht mit 34 Prozent nicht einmal die Hälfte dieser Zielquote", so Dr. Gonschor. "Influenza ist keine harmlose Erkältung. Eine Impfung ist der beste Schutz, um schwere Verläufe zu verhindern." Die bayerische TK-Leiterin rät deshalb, den eigenen Impfschutz regelmäßig zu überprüfen und Impflücken zu schließen. Die Grippeimpfung kann in der Arztpraxis und seit dem Jahr 2022 auch in Apotheken, die dies anbieten, erfolgen.
Vermehrt Influenza zu Saisonbeginn vor allen in Oberbayern
Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden in der vergangenen Grippe-Saison (KW 40/2025 bis KW 20/2026) knapp 45.000 Influenzafälle in Bayern erfasst. In den ersten beiden Wochen der Grippesaison ab 28. September 2026 wurden dem RKI bereits 338 Influenzafälle in Bayern gemeldet. Das sind rund doppelt so viele Fälle wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Vor allem Oberbayern sticht mit 249 Fällen in der bisherigen Saison hervor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich die Fallzahl damit fast verdreifacht. Wer nicht geimpft ist, kann sich jetzt zu Beginn der Grippewelle impfen lassen und damit im kommenden Winter schützen.
Hinweis für die Redaktion
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Personen mit gesundheitlicher Gefährdung, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal.
Um rechtzeitig geschützt zu sein, empfiehlt die STIKO, sich ab Oktober bis Mitte Dezember impfen zu lassen. Die Auswertungen der TK in der beigefügten Tabelle beziehen sich jeweils auf den Impfzeitraum September bis Ende März. Die TK versichert in Bayern über 1,7 Millionen Menschen (Stand 30. September 2026).
Datenquelle zu den aktuellen Influenzafällen ist das Robert Koch-Institut: SurvStat@RKI 2.0 Abfragedatum: 14.10.2026.
Impfquote in Bayern bei den TK-Versicherten ab 60 Jahren
| Saison | Impfquote in Prozent |
|---|---|
| Winter 2020/2021 | 37 |
| Winter 2021/2022 | 39 |
| Winter 2022/2023 | 36 |
| Winter 2023/2024 | 35 |
| Winter 2024/2025 | 31 |
| Winter 2025/2026 | 34 |