München, 27. Januar 2026. Der Krankenstand in Bayern sank im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Rechnerisch fehlte damit vergangenes Jahr krankheitsbedingt jede bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherte Erwerbsperson in Bayern 15,7 Tage am Arbeitsplatz. "Der Krankenstand ging damit zum dritten Mal in Folge im Freistaat zurück", sagt Dr. Gabriele Gonschor, Leiterin des Versorgungsbereichs der TK in Bayern. "Gegenüber dem Vorjahr waren das im Schnitt 0,4 Fehltage weniger je Erwerbsperson, gegenüber dem Jahr 2022 war das sogar ein Minus um 0,8 Tage." Hochgerechnet fehlten damit krankheitsbedingt alle bei der TK in Bayern versicherten Erwerbspersonen über 721.000 Tage weniger am Arbeitsplatz als vor drei Jahren.

Erkältungen seit drei Jahren rückläufig - psychische Erkrankungen nehmen zu

Bei den Erkältungsdiagnosen wie Bronchitis oder grippale Infekte, die im Schnitt kürzer als eine Woche pro Fall andauern, zeigte sich in Bayern weiterhin eine rückläufige Tendenz. Gegenüber dem Jahr 2024 sanken die Fehlzeiten aufgrund dieser Diagnosen rechnerisch um 0,4 Fehltage und seit 2022 um 1,2 Tage auf nun 3,4 Fehltage je Erwerbsperson. Damit geht der Rückgang der Fehltage in Bayern hauptsächlich auf das Konto der Erkältungsdiagnosen.

Auch bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen sanken die krankheitsbedingten Ausfälle. Fehlte wegen dieser Diagnose im Jahr 2024 im Schnitt jede Erwerbsperson in Bayern noch 2,3 Tage bei der Arbeit, so waren es im vergangenen Jahr 2,2 Tage.

Gegenläufig war die Tendenz bei den psychischen Erkrankungen. Depressionen, Verhaltensstörungen und Co. verursachten vergangenes Jahr im Schnitt 3,1 Fehltage in Bayern je Erwerbsperson. Gegenüber dem Jahr 2024 waren das 0,1 Tage pro Person mehr und im Vergleich zu 2022 sogar ein Plus von 0,4 Tagen. Rechnerisch fehlt jede bzw. jeder Betroffene/r mit einer psychischen Diagnose mehr als fünf Wochen je Krankheitsfall am Arbeitsplatz.

Möglichkeiten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements besser nutzen

"Der Anstieg der Fehlzeiten aufgrund psychischer Diagnosen verstetigt sich und ist besorgniserregend. Gerade psychische Erkrankungen dauern oft wochenlang an", erklärt Dr. Gonschor. 

Psychische Belastungen können unterschiedliche Auslöser haben, häufig auch Stress am Arbeitsplatz. Hier können Arbeitgeber viel für ihre Beschäftigen tun, indem sie die Prozesse optimieren und für gesundheitsförderliche Strukturen sorgen. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) kann die Unternehmen unterstützen, die psychischen Belastungen ihre Beschäftigten im Berufsalltag zu senken und damit auf Dauer Fehlzeiten zu reduzieren.

Viele Krankenkassen halten BGM-Angebote bereit, um das immer noch hohe Niveau des Krankenstandes nachhaltig zu senken. Auf den TK-Seiten finden Arbeitgeber beispielsweise die Rubrik "Gesund arbeiten" mit Informationen, erfolgreichen BGM-Projekten aus Bayern und anderen Bundesländern sowie Kontaktmöglichkeiten zu den Fachkräften der TK. 

Hinweis für die Redaktion

Die Zahlen stammen aus den Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2026. Grundlage dafür bilden die rund 6,2 Millionen, davon in Bayern über 902.000, bei der TK versicherten Erwerbspersonen (Berufstätige und ALG 1-Empfängerinnen und Empfänger). Auswertungsstand: 26. Januar 2026.

Die TK hat insgesamt bundesweit rund 12,2 Millionen Versicherte, davon über 1,7 Millionen in Bayern. (Stand Dezember 2025)