30 Prozent der Norddeutschen haben Schwierigkeiten bei der Arztsuche
Pressemitteilung aus Bremen
Bremen, 5. Februar 2026. 30 Prozent der Norddeutschen haben bei neuen gesundheitlichen Problemen Schwierigkeiten, eine passende Arztpraxis zu finden. Das zeigt eine aktuelle bundesweit repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) mit Teilergebnissen aus Norddeutschland, also den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
"Es braucht eine bessere Koordination der Patienten und Patientinnen zur Behandlung in der individuell passenden Versorgungsstufe", sagt Sabrina Jacob, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen. "Dies lässt sich mit einem digital gestützten Ersteinschätzungstool erreichen. So könnten auch lange Wartezeiten vermieden werden."
Einheitliche Ersteinschätzung: egal ob vor Ort, telefonisch oder online
Die TK fordert eine einheitliche, systematische Ersteinschätzung des medizinischen Anliegens noch vor der Vereinbarung eines Termins. "Wenn eine ärztliche Betreuung notwendig ist, wird über eine zentrale digitale Terminplattform im Regelfall ein zeitnaher Termin bei einer Hausarztpraxis oder der passenden Facharztpraxis vermittelt", erklärt Jacob.
Insgesamt zeigen sich 58 Prozent der Norddeutschen offen für die Nutzung eines solchen Ersteinschätzungstools. Bundesweit stehen besonders jüngere Befragte zwischen 18 und 39 Jahren der Idee positiv gegenüber (79 Prozent). "Wichtig ist, dass das Tool für die gleichen Symptome die gleiche Antwort geben muss, unabhängig vom Einsatzort - per App, am Praxistresen, am Telefon der 116 117 oder in der Notaufnahme", so Jacob.
TK-Prämisse: "Digital vor ambulant vor stationär"
Mit dem Ersteinschätzungstool soll das diskutierte Primärversorgungssystem um eine digitale Dimension erweitert werden. So soll der medizinische Bedarf der Patienten und Patientinnen direkt auf der richtigen Versorgungsebene abgedeckt werden. "Bei leichten Fällen, wie Erkältungskrankheiten, könnte eine Empfehlung der Ersteinschätzung etwa sein, sich zunächst zu Hause zu schonen oder digitale Angebote wie telemedizinische Chats oder Krankenkassen-Apps zu nutzen", ordnet Jacob ein. "Wenn eine ärztliche Betreuung notwendig ist, sollten Patientinnen und Patienten direkt an die Fachrichtung weitergeleitet werden, die für die beschriebenen Beschwerden bedarfsgerecht ist."
Norddeutschland: Digitalisierung soll Zugang verbessern
Trotz der Schwierigkeiten bei der Suche nach der passenden ärztlichen Versorgung sind 85 Prozent der Norddeutschen zufrieden mit ihrer hausärztlichen und 64 Prozent mit ihrer fachärztlichen Betreuung. "Mit einem stärkeren Fokus auf Digitalisierung könnten die Patientinnen und Patienten allerdings noch schneller und direkter in die passende Versorgungsstufe geleitet und angemessen behandelt werden", erklärt Sabrina Jacob.
Der Hälfte der Befragten (50 Prozent) ist die Möglichkeit zur digitalen Terminvereinbarung schon heute besonders wichtig, während 68 Prozent hoffen, dass sich die Versorgung durch die elektronische Patientenakte (ePa) verbessern wird. Bundesweit spielen digitale Ansätze auch für die Arztsuche eine Rolle: 29 Prozent der bundesweit Befragten recherchieren auf Terminportalen und -apps, um einen passenden Arzt oder eine Ärztin zu finden, 26 Prozent informieren sich über soziale Medien. Trotzdem ist zukünftig eine zentrale (digitale) Anlaufstelle notwendig, damit Menschen bei der Arztsuche nicht mehr auf sich allein gestellt sind.
Hinweis für die Redaktion
Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit insgesamt 1.410 Personen ab 18 Jahre (mindestens 200 Personen pro Ländergebiet) mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse. Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse der bundesweiten Studie beziehen sich auf Norddeutschland; also die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.
Die Forderungen der TK für eine zukunftsfähige ambulante Versorgung gibt es im Presse- und Politikportal .