München, 3. Juli 2026. Humane Papillomviren (HPV) verursachen in Europa rund 95 Prozent der Karzinome an der Gebärmutter. Das Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass sich vier von fünf Menschen in ihrem Leben mehrfach mit HPV infizieren. "Deshalb ist es erfreulich, dass die HPV-Impfung, die einen Schutz gegen die häufigsten krebsauslösenden Virustypen bietet, immer besser angenommen wird", sagt Dr. Gabriele Gonschor, Interimsleiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern.

Die TK hat aktuelle Routinedaten ausgewertet. Demnach wurden im Jahr 2025 bei den gesetzlich Krankenversicherten in Bayern 159.561 HPV-Impfleistungen abgerechnet. Das waren fast doppelt so viele wie im Jahr 2018 mit 85.526 HPV-Impfungen. Im gleichen Zeitraum verdreifachte sich fast die Zahl der bei den TK-Versicherten abgerechneten HPV-Impfleistungen von 10.677 auf 27.655.

Impfquoten in Bayern steigen kontinuierlich an - große regionale Unterschiede

"Mittlerweile sind bei den 18-Jährigen in Bayern 56 Prozent der jungen Frauen und 26 Prozent der jungen Männer vollständig gegen HPV geimpft. Im Jahr 2018 betrug die Impfquote noch 42 beziehungsweise ein Prozent", so Dr. Gonschor. Sie bezieht sich dabei auf das aktuelle VacMap, das Dashboard zum Impfgeschehen in Deutschland. Bei den Impfquoten gibt es in den bayerischen Regionen eine große Spannweite. So sind im Raum München 68 Prozent der 18-jährigen Frauen vollständig geimpft, im Landkreis Mühldorf dagegen nur 37 Prozent. Bei den jungen Männern reicht die Impfquote von 52 Prozent in der Stadt Erlangen bis 15 Prozent in den Landkreisen Dingolfing-Landau und Freyung-Grafenau.

HPV-Impfung auch für junge Männer wichtig

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen können bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden, in einzelnen Fällen kann eine Schutzimpfung auch darüber hinaus noch sinnvoll sein. Seit 2018 wird die HPV-Impfung von der STIKO auch für Jungen empfohlen. Diese wichtige Vorsorgemaßnahme verhindert zum einen, dass Jungen andere Personen mit HPV anstecken können, andererseits schützt die Impfung auch sie selbst. HPV kann auch bei Männern zu Krebserkrankungen führen. Die HPV-Impfung bietet neben dem Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs auch einen erhöhten Schutz vor Penis- und Analkrebs sowie vor Krebs im Mund- und Rachenraum.

Die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) veranstaltet zusammen mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium vom 3. bis 12. Juli 2026 die 8. Bayerische Impfwoche. Schwerpunkt ist dabei die HPV-Impfung. Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) bietet begleitend dazu Infoveranstaltungen an. Details zu den jeweiligen Terminen gibt es online in der Rubrik "HPV-Impfkampagne".

Hinweis für die Redaktion

Erfolgt die HPV-Impfung bis zum Alter von 14 Jahren, werden für einen vollständigen Impfschutz insgesamt zwei Impfstoffdosen verabreicht. Ab einem Alter von 15 Jahren sind drei Impfstoffdosen vorgesehen. Die TK übernimmt als sogenannte Mehrleistung die Kosten der Impfung auch für Frauen und Männer ab dem 18. Geburtstag bis einen Tag vor dem 27. Geburtstag. Für diese Versicherten fällt dann nur eine Zuzahlung für den Impfstoff an. 

Das Dashboard zum Impfgeschehen in Deutschland steht unter https://www.rki.de/vacmap

Die TK hat bundesweit über 12,4 Millionen Versicherte, davon mehr als 1,7 Millionen in Bayern (Stand Juni 2026).