Kopfschmerzen und Migräne: besonders Frauen sind betroffen
Pressemitteilung aus Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin, 28. Oktober 2026. Im Jahr 2025 waren 14,15 Prozent der TK-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund von Migräne oder Kopfschmerzen in ärztlicher Behandlung. Besonders häufig waren dies Frauen. Hier lag der Anteil bei 20,34 Prozent. Hingegen sind nur etwa 7,83 Prozent der Männer im Land mit Kopfschmerzen oder Migräne in einer Arztpraxis gewesen. Das zeigen die Ergebnisse einer Auswertung ambulanter Versorgungsdaten der Techniker Krankenkasse (TK).
Frauen sind häufiger von Migräne betroffen als Männer
Ob Stress, Schlafmangel, lange Bildschirmzeiten oder hormonelle Faktoren, die Ursachen von Migräne sind vielfältig. Sie beeinträchtigen oft sowohl die Leistungsfähigkeit als auch das allgemeine Wohlbefinden und stellen für viele Betroffene im beruflichen und familiären Alltag eine starke Belastung dar. Dabei ist auch hier die unterschiedliche Verteilung zwischen den Geschlechtern besonders auffällig. Den Auswertungen zufolge waren 2025 rund 2,72 Prozent der männlichen TK-Versicherten in M-V mit Migräne in ärztlicher Betreuung. Bei den Frauen waren es 11,62 Prozent.
"Dass viermal so viele Frauen wie Männer von Migräne betroffen sind, verdeutlicht, wie wichtig das Thema Frauengesundheit ist, auch bei Kopfschmerzen und Migräne. Wir müssen diese Situation ernst nehmen und durch eine gute Versorgung, wirksame Prävention und leicht verständliche Informationen den Weg weisen," erklärt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung.
Zehn Jahre Migräne-App: Digitale Unterstützung aus dem Norden
Seit über zehn Jahren bietet die von der Schmerzklinik Kiel und der TK entwickelte Migräne-App, eine digitale Möglichkeit, die Versorgung von Migräne betroffener Menschen niederschwellig zu verbessern. Mit der App können Nutzerinnen und Nutzer Symptome, Migräneattacken und Kopfschmerztage dokumentieren. Um die individuellen Auslöser von Migräne besser zu verstehen, bietet die App die Möglichkeit, auch Wetterdaten, den täglichen Tagesablauf oder die Einnahme sowie Wirkung von Medikamenten festzuhalten. Ergänzend dazu unterstützt die Anwendung die Betroffenen mit gezielten Übungen zur progressiven Muskelentspannung.
Durch die strukturierte Datenauswertung lassen sich wiederkehrende Muster und persönliche Auslöser leichter identifizieren, was zudem eine präzisere Kommunikation in der Arztpraxis ermöglicht. Neben der Dokumentation bietet die App einen weitreichenden Funktionsumfang, der Entspannungstrainings, physiotherapeutische Übungen und einen KI-basierten Informationsassistenten umfasst.
"Migräne schränkt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein. Wir möchten die Menschen dabei unterstützen, besser mit ihrer Migräne umgehen zu können. Die Migräne-App ersetzt keinen Arztbesuch, aber sie schlägt die Brücke zwischen Alltag und Arztpraxis, indem sie den Kopfschmerz- bzw. Migräneverlauf transparent macht," so Manon Austenat-Wied. "Das Ergebnis ist ein effizienterer Dialog: Sie befähigt die Betroffenen, ihren Migräneverlauf im Alltag besser zu verstehen und die relevanten Informationen strukturiert in das Arztgespräch einzubringen. So können Ärztinnen und Ärzte auf Basis konkreter Daten schneller und gezielter in die richtige Therapie steuern."
Hinweis für die Redaktion
Die Auswertungen zu Kopfschmerz- und Migränediagnosen beziehen sich auf die ambulanten Leistungsdaten aller TK-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern (Prozentwerte gerundet, Daten von 2019 - 2025).
Die Migräne-App wurde in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Schmerzklinik Kiel, des bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetzes und der TK entwickelt.