Zahl der gemeldeten Behandlungsfehler in Mecklenburg-Vorpommern so hoch wie noch nie
Pressemitteilung aus Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin, 19. August 2026. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der gemeldeten Behandlungsfehler so hoch wie noch nie. "Im vergangenen Jahr haben sich 120 Versicherte aus Mecklenburg-Vorpommern an uns gewandt, weil sie einen Behandlungsfehler vermuteten," sagt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. "Im Vergleich zum Vorjahr sind das 29 Patientinnen und Patienten mehr - ein Anstieg von rund 24 Prozent." Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK).
Nicht jeder Verdachtsfall ein Fehler
"Für Patientinnen und Patienten ist es oftmals schwer zu erkennen, ob ihre gesundheitlichen Probleme auf einen schicksalshaften Krankheitsverlauf oder auf einen Fehler des medizinischen Personals zurückzuführen sind. Bei jedem dritten Fall bestätigt sich ein Verdacht auf einen tatsächlichen Behandlungsfehler. Gleichzeitig müssen wir von einer erheblichen Dunkelziffer von unentdeckten Fällen ausgehen. Viele der Versicherten wissen oft nicht, dass sie sich bei einem Verdachtsfall bei ihrer Krankenkasse melden können," erklärt Austenat-Wied.
Die TK unterstützt ihre Versicherten bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler mit einer Beratungshotline (040 - 46 06 61 21 40), einem Online-Lotsen unter tk.de und einer Beratungsbroschüre .
TK fordert Meldepflicht
Derzeit werden Fehler oft nur dann dokumentiert, wenn Patientinnen und Patienten sie bemerken und auf sie hinweisen.TK-Landeschefin Austenat-Wied ist überzeugt: "Eine Meldepflicht für alle medizinischen Einrichtungen würde dazu führen, dass mehr Fälle erfasst werden. Eine zentrale Erfassung, zum Beispiel in einem zentralen Melderegister, würde die Transparenz erheblich erhöhen und die Aufklärung von Vorfällen deutlich unterstützen. Eine offene Fehlerkultur ermöglicht eine höhere Versorgungsqualität im Gesundheitswesen."
Hinweis für die Redaktion
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat bundesweit rund 12 Millionen Versicherte, davon knapp 226.000 aus Mecklenburg-Vorpommern (Stand März 2026).