Hamburg, 21. September 2026. Für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten in Hamburg hat die Techniker Krankenkasse (TK) im Jahr 2025 mehr als 2,1 Milliarden Euro aufgewandt. Im Vergleich zu 2024 entspricht dies einem Anstieg von rund 246 Millionen Euro (+ 13,2 Prozent). "Die Ausgaben für die medizinische Versorgung in Hamburg sind auf ein Rekordhoch geklettert", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. "Die Gesamtausgaben in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen von Jahr zu Jahr überproportional zu den Einnahmen. Nach dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) müssen nun die notwendigen Strukturreformen zügig folgen, damit das Gesundheitswesen zukunftsfest aufgestellt wird."  

Für diese strukturellen Veränderungen muss die Politik die Weichen stellen. "Gerade sind die parlamentarischen Beratungen über ein Gesetz zur Notfallreform gestartet. Das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) sollte prompt folgen", fordert die Landesleiterin. "Die Einführung eines Primärversorgungssystems ist ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt für ein besseres Gesundheitssystem: Patientinnen und Patienten werden in den für sie richtigen Behandlungspfad geleitet. Das entlastet die Betroffenen und die Leistungserbringenden und setzt Ressourcen frei."

Pro-Kopf-Ausgaben bei 3.855 Euro

Statistisch gesehen erhielt 2025 jede bei der TK versicherte Person in der Hansestadt medizinische Leistungen im Wert von 3.855 Euro. Das ist ein Anstieg von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert (3.541 Euro pro Kopf im Jahr 2024). "Die FinanzKommission Gesundheit hat viele weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen empfohlen, die es nicht in das BStabG geschafft haben. Hier wäre weiteres Potenzial zu heben, insbesondere bei den Pharma-Unternehmen. Zudem muss der Staat die GKV-Beiträge für Empfängerinnen und Empfänger der Grundsicherung endlich auskömmlich finanzieren", so Puttfarcken. 

Ausgaben für Krankenhausbehandlungen größter Posten und größter Anstieg

Die Ausgaben sind in allen Bereichen angestiegen. Die Kosten für Krankenhausbehandlungen stellen dabei den größten finanziellen Einzelposten dar: Sie beliefen sich 2025 auf rund 1.118 Euro je Versicherte beziehungsweise Versicherten in Hamburg. Das entspricht einem Anstieg von 13,6 Prozent im Vergleich zu 2024.  

Die Aufwendungen für ambulante ärztliche Behandlungen betrugen im Jahr 2025 842 Euro pro Kopf - ein Plus von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für Arzneimittel fielen im Jahr 2025 691 Euro pro Kopf an - ein Plus von knapp vier Prozent. Für zahnärztliche Leistungen wurden für je Versicherter beziehungsweise Versicherten der TK in Hamburg rund 277 Euro ausgegeben (+ 4,3 Prozent). Rund 926 Euro pro Kopf flossen in "sonstige Leistungen" (+ 8,3 Prozent), darunter fallen zum Beispiel Fahrtkosten oder Heil- und Hilfsmittel.

Leistungsausgaben der TK in Hamburg im Überblick 

  • Gesamtausgaben: 2,1 Milliarden Euro (2024: 1,8 Milliarden Euro)
  • Ausgaben pro Kopf: 3.855 Euro (2024: 3.541 Euro)
  • Krankenhausbehandlungen: 609 Millionen Euro
  • Ambulante Versorgung: 495 Millionen Euro
  • Arzneimittel: 377 Millionen Euro

Hinweis für die Redaktion


Die Zahlen beziehen sich auf die Leistungsausgaben der TK für ihre Versicherten in Hamburg im Jahr 2025. Im Jahr 2024 lagen die Gesamtausgaben noch bei rund 1,8 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 13,2 Prozent innerhalb eines Jahres. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Zahl der Versicherten in diesem Zeitraum um 19.900 Hamburgerinnen und Hamburger auf rund 552.4000 gewachsen ist - ein Anstieg von 3,7 Prozent. 

Was jetzt nach der parlamentarischen Sommerpause wichtig wird, beantwortet Maren Puttfarcken im Interview .