Im Gespräch diskutieren sie unter anderem, wie Forschung, Digitalisierung und Prävention die Nierengesundheit in Deutschland verändern können.

Die PEMP Methode

Die an der Universitätsmedizin Greifswald entwickelte PEMP-Methode ist ein innovatives diagnostisches Verfahren der Nierenheilkunde. Die Mikroskopie auf Zellebene verbindet hochauflösende Mikroskopie mit künstlicher Intelligenz. Dadurch sind Analysen von Biopsien nun in wenigen Stunden, anstatt bisher in mehreren Tagen, möglich. Die Methode ist darüber hinaus auch deutlich präziser als das klassische Elektronenmikroskop.

Im Gespräch

Prof. Dr. Nicole Endlich, Professorin für Anatomie an der Universitätsmedizin Greifswald und Manon Austenat-Wied Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Prof. Dr. Nicole Endlich, Professorin für Anatomie an der Universitätsmedizin Greifswald und Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Prävention und Gesundheitskompetenz

Prof. Endlich betont, dass Prävention bei Nierenerkrankungen eine zentrale Rolle spielt. Das von ihr entwickelte Urin-Screening ist dabei ein einfacher, nicht invasiver Test zur Überprüfung des Urin-Profils auf bestimmte Proteine, die normalerweise nicht im Urin vorkommen. Solche Alarmsignale deuten bereits auf frühe Nierenschädigungen hin, zum Beispiel bei Diabetes Mellitus oder falscher Medikation. Sie sieht zudem ein großes Aufklärungspotential. Viele Menschen wissen kaum, wie schlecht um es ihre Nieren steht. Weltweit steigt die Nierenerkrankungsrate und frühzeitiges Gegensteuern ist nötig, um diesen Trend aufzuhalten.

Der Weg vom Labor in den Markt

Der Übergang vom Labor zu einer marktfähigen Lösung stellt Prof. Endlich vor mehrere Herausforderungen. Patente müssen frühzeitig angemeldet werden, um Nachahmung zu verhindern. Dazu arbeitet sie eng mit Ihrem Sohn Tim Endlich zusammen, Co-Founder und Geschäftsführer der NIPOKA GmbH, der die wirtschaftswissenschaftliche Perspektive einbringt. Darüber hinaus pflegt sie regelmäßig den Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik, beispielsweise auch bei Delegationsreisen und Netzwerktreffen in Irland, Litauen und Texas. Für den Marktzugang wird gegenwärtig die FDA-Zulassung in den USA und später die EMA-Zulassung in Europa angestrebt. Dabei erleichtern Kooperationen mit US-Partnern den Zugang zu klinischen Studien.

Appell an die junge Generation

Zum Abschluss richtet Prof. Endlich einen persönlichen Aufruf an alle, die sich für eine gesunde Zukunft engagieren: "Stärkt eure Selbstwirksamkeit, bleibt lebenslang lernbereit und seid offen für Veränderung." Sie ist überzeugt, dass gerade diese Eigenschaften die Schlüssel sind, um die digitale Zukunft im Gesundheitswesen aktiv zu gestalten. Wer heute die richtigen Kompetenzen aufbaut, kann nicht nur von den Chancen der Digitalisierung profitieren, sondern sie selbst mitbestimmen: für eine patientenzentrierte, präventiv orientierte Gesundheitsversorgung.

Zur Podcastfolge