Ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen in Mecklenburg-Vorpommern benötigt sektorenübergreifende Behandlungspfade, flächendeckende Versorgungsangebote und die Förderung digitaler Innovationen.

Sektorenübergreifende Behandlungspfade ermöglichen

Die bedarfsgerechte Planung der stationären und ambulanten Versorgung, insbesondere in den ländlichen Gebieten, ist der entscheidende Schlüsselfaktor für die qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung. In den dünn besiedelten Landkreisen unseres Bundeslandes können bereits gegenwärtig nur sektorenübergreifend organisierte Behandlungspfade eine optimale Patientenbehandlung sicherstellen. Immer wiederkehrende Herausforderungen, wie zum Beispiel  Stationsschließungen in einzelnen Krankenhäusern und dauerhaft offene Arztsitze, können mit einem integrierten Versorgungsansatz abgefedert werden.

Wenn die notwendige spezialisierte ärztliche Expertise und versorgungsbedürftige Patienten zueinander finden, sind rasche Versorgungsabläufe und qualitativ hochwertige Behandlungsergebnisse sicher. Damit uns das in Mecklenburg-Vorpommern noch besser gelingt, müssen die Akteure dynamischer zusammenarbeiten. Ein wichtiger Baustein für integrierte Versorgungspfade in der Regelversorgung ist eine harmonisierte Vergütung zwischen ambulantem und stationären Sektor. Wir machen uns dafür stark, dass die Entscheidung, wo Patienten behandelt werden, frei von Vergütungsanreizen getroffen wird. Nur so steht das Patientenwohl uneingeschränkt im Fokus. 

Flächendeckende Gesundheitsversorgung erhalten

Die qualitativ hochwertige und wohnortnahe Versorgung hat für die Menschen in einem Flächenland oberste Priorität. Mit zwei Universitätskliniken und über 400 Studienplätzen im Bereich der Humanmedizin verfügt unser Bundesland über ein auskömmliches Fachkräftereservoir. Zudem verfügt Mecklenburg-Vorpommern gegenwärtig über so viele ausgebildete Ärzte wie noch nie. Damit ist eine wichtige Grundvoraussetzung für die langfristig stabile Versorgung vorhanden.

Auch zukünftige Generationen von Medizinern sollen gerne in unserem Bundesland tätig sein. Daher ist es wichtig, Arbeitsstrukturen und Prozesse an den Lebensbedürfnissen der jungen Fachkräfte auszurichten. Insbesondere moderne Arbeitsmittel, wie zum Beispiel unsere elektronische Gesundheitsakte TK-Safe , optimieren die Versorgungsrealität bei Patienten und Ärzten. Die allermeisten jungen Menschen sind geübt im Umgang mit digitalen Medien. Es wird höchste Zeit, dass zertifizierte und sichere digitale Anwendungen Einzug in die Versorgung und damit in den Praxisalltag finden.  

Digitale Innovationen im Gesundheitswesen ermöglichen

Erst der zügige Breitbandausbau ermöglicht digitale Innovationen in der Gesundheitswirtschaft. Der Netzausbau an den Belastungskapazitäten des Bundeslandes ist aus unserer Perspektive obligatorisch, um bestehende Wettbewerbsnachteile abzubauen.  Gleichzeitig sollte die Landesregierung Gründer und Unternehmen, die digitale Innovationen für das Gesundheitswesen entwickeln, stärker unterstützen. Die neuen Angebote  TK-BabyZeit  und  TK-Doc  zeigen beispielhaft, welche Potenziale für digitale Anwendungen noch im Gesundheitswesen schlummern.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGa) können nahezu jeden Bereich der Versorgung optimieren. Mit dem neuen Leitfaden für DiGa bietet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine zusammenfassende Darstellung der Regelungen, die an verschiedenen Stellen im SGB V, in der Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung und in ihren Anlagen zu finden sind. Damit ergeben sich auch für die Gründer in unserem Land neue Möglichkeiten.

Damit Mecklenburg-Vorpommern im Wettbewerb der Innovationen nicht den Anschluss verliert, ist es wichtig, die erfolgreich verlaufenden Modellprojekte in Pilotprojekte bzw. die Regelversorgung zu überführen. Es ist höchste Zeit, bereits bekannte Innovationen der Vergangenheit, wie zum Beispiel Videosprechstunden und Telekonsile in die Regelversorgung zu bringen.