Das Potenzial der digitalen Transformation
Position aus Saarland
Mit der Digitalisierungsstrategie zeigt das BMG seine Vorstellungen davon, wie ein digitales Gesundheitswesen perspektivisch aussehen soll. LV-Interims-Leiter Daniel Konrad nimmt in seinem Standpunkt einzelne Aspekte in den Blick.
Im Februar 2026 hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in einer Pressekonferenz die aktualisierte Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege vorgestellt. Darin skizziert das BMG, wie es das deutsche Gesundheitssystem digital weiterentwickeln will. Auch die TK sieht noch viel Potenzial in der digitalen Transformation des Gesundheitswesens. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an.
Daniel Konrad
ePA hat großen Stellenwert
Die elektronische Patientenakte (ePA) nimmt in der Strategie - zu Recht - einen hohen Stellenwert ein. So heißt es unter anderem: "Die ‚ePA für alle‘ wird als Gesundheits(daten)plattform zentraler Dreh- und Angelpunkt der Versorgung. Durch einen beschleunigten Roll-out neuer Ausbaustufen sollen das hohe Innovationspotenzial genutzt und auch proaktive Services schneller spürbare Mehrwerte für Versicherte sowie Leistungserbringende bieten."
Wir treiben das Thema rund um die ePA schon seit Jahren an und freuen uns, dass die Politik die Bedeutung der Akte weiter stärken möchte. Bis 2030 sollen laut BMG mehr als 20 Millionen Versicherte aktiv ihre Patientenakte nutzen. Bei der TK haben wir mit einer Million aktiven Nutzerinnen und Nutzer auf diesem Weg den ersten Meilenstein erreicht. Damit die Nutzungszahlen weiter steigen, müssen Schritt für Schritt mehr Funktionen in die ePA integriert werden.
Datennutzung zur Verbesserung des Systems geplant
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der sich durch die Strategie zieht, ist eine bessere Datennutzung im Sinne der Versicherten. Auf übergeordneter Ebene können anonymisierte und pseudonymisierte Gesundheitsdaten einen wichtigen Teil zu einer besseren und schnelleren Forschung beitragen. Aber auch für jede und jeden Einzelnen hat eine gezielte Datenauswertung Vorteile. Wenn Krankenkassen die Möglichkeit erhalten, ihre Versicherten auf Basis ihrer Gesundheitsdaten zu beraten, ist ein individuelles Versorgungsmanagement möglich.
Blick auf Primärversorgung
Auch mit Blick auf ein Primärversorgungssystem liefert die Strategie wichtige Einblicke. So heißt es darin: "Wir schaffen die Voraussetzungen für eine flächendeckende Einführung der digitalen, qualitätsgesicherten Ersteinschätzung sowie der elektronischen Überweisung. Zudem bauen wir die digitale Terminvergabe in der ambulanten Versorgung aus."
Aus unserer Sicht sind eine digitale Ersteinschätzung und eine digitale Terminvergabe elementar für ein modernes Primärversorgungssystem. Allerdings kommt es hier auf die genaue Ausgestaltung an. Das Ziel muss eine moderne, diskriminierungsfreie Versorgungssteuerung sein, von der letztlich alle Beteiligten profitieren.